Aufgeben ist keine Option!

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„Es tut sehr weh, von den Ärzten zu hören: Es tut uns leid, wir können nichts mehr für Sie tun“, erzählt Fritz K. Der 61-Jährige hat einige Zeit gebraucht, bis er seine Augenerkrankung, den Grünen Star, annehmen konnte. Inzwischen kämpft er schon seit 30 Jahren gegen die stetig schlechter werdende Krankheit an. Doch eines ist klar: „Ich weiß, dass ich in vier bis sechs Jahren völlig erblinde.“ Aber Aufgeben ist für den Oberösterreicher keine Option: Denn Fritz aus Weyer ist ein Kämpfer!

„Ich baue keine Luftschlösser“

Auf dem linken Auge sieht Fritz K. gar nichts mehr, das Sehfeld des rechten Auges ist mit dem Lichtkegel einer Taschenlampe vergleichbar: Je näher die Dinge, desto kleiner wird die Fläche, die er sieht. „Wenn ich genau vor einer Person stehe, sehe ich nur noch das Auge, die Nase schon nicht mehr.“ Statt zu jammern, bereitet er sich mit Unterstützung der Hilfsgemeinschaft auf seine Erblindung vor. „Ich kann schon richtig gut mit dem Langstock gehen und lerne die Brailleschrift.“

Täglich dazulernen

In der Hilfsgemeinschaft schätzt er vor allem den Austausch mit anderen Betroffenen. „Es hilft sehr, zu wissen, dass man nicht alleine mit seiner Sehbehinderung ist.“ Fritz lernt täglich dazu und bleibt realistisch. „Ich entwickle immer neue Strategien, um meine Sehschwäche auszugleichen. Aber ich baue keine Luftschlösser. Ich bleibe auf der Erde. Meine Erblindung ist unvermeidbar.“

Fritz K. sitzt auf einer Bank im Park, in der Hand einen Langstock, am anderen Arm eine Armbinde.
Fritz K.(2.v.l.) gehört auch zum Projekt- und Schulungsteam der Hilfsgemeinschaft

„Du bist etwas wert“

Fritz K. gehört auch zum Projekt- und Schulungsteam der Hilfsgemeinschaft. „Hier habe ich erstmals Wertschätzung erfahren. Mir wurde gesagt: Du bist etwas wert. Du kannst etwas tun.“ Seine Behinderung wird zur Fähigkeit. Der 61-Jährige ist glücklich, dass er mittels Schulungen das Bewusstsein in der Gesellschaft für blinde und sehbehinderte Menschen stärken kann.