Super-Cup-Premiere im Blindenfußball: Wien trifft Graz
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Am 14. März 2026 wird erstmals der Österreichische Blindenfußball Super-Cup ausgespielt. Wien gegen Graz.
Wenn zwei Städte aufeinandertreffen, liegt Spannung in der Luft. Die historische Premiere verspricht Momente, die man nicht verpassen sollte.
Am 14. März 2026 wird erstmals der Österreichische Blindenfußball Super-Cup ausgespielt. Wien gegen Graz. Die zwei größten Städte des Landes treffen im direkten Duell aufeinander – im Kampf um die erste Super-Cup-Trophäe der Geschichte. Das legendäre österreichische Kultduell gibt es jetzt auch im Blindenfußball.
Sportliche Spitzenleistung durch Konzentration und Athletik
Es ist die Spannung auf dem Spielfeld, die intensiven Zurufe der Spieler und Spielerinnen, das konzentrierte Zusammenspiel und der Moment, in dem das Tor erzittert. Jede Aktion ist ein Zusammenspiel aus Reaktionsschnelligkeit, Teamgeist und maximaler Aufmerksamkeit.
„Blindenfußball ist für mich die reinste Form des Fußballs. Du verlässt dich nicht auf das, was du siehst, sondern auf dein Gehör, dein Gefühl und vor allem auf dein Team. Dieses Vertrauen macht jede Partie besonders. Ein Super-Cup wie dieser ist für uns als Team natürlich etwas ganz Außergewöhnliches“, sagt Philipp Huber, selbst aktiver Fußballer. Ebenso engagiert er sich im Verein zur Förderung des Blindenfußballs in Österreich und ist zudem Mitorganisator der Veranstaltung.
Kraftquelle Sport
Im Laufe seines Lebens hat Philipp Huber erlebt, dass sich sein Sehvermögen kontinuierlich verschlechtert. Mit 31 Jahren gilt er nun als blind. Seit seiner Volksschulzeit hat er gelernt, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen und Wege zu finden.
„Meine Hobbys, vor allem der Sport, haben mir in dieser Zeit sehr geholfen. Sport hat mir Spaß gemacht, mir Selbstbewusstsein gegeben und mir gezeigt, dass man gemeinsam mit anderen Herausforderungen meistern kann“, erzählt Philipp Huber. Gerade dieses Zusammenspiel, das Vertrauen in die Teamkameraden und die Konzentration auf jede Bewegung und jedes Geräusch, machen Blindenfußball zu einem einzigartigen Erlebnis.
Wie funktioniert‘s?: Präzision im Klang
Blindenfußball wird von Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit gespielt. Alle Feldspieler:innen tragen lichtundurchlässige Augenmasken, um gleiche Bedingungen zu schaffen. Der Ball enthält Rasseln, damit er akustisch ortbar ist. Die Mannschaften treten gemischt an, vor allem deshalb, da hier weit mehr Fähigkeiten als nur die körperliche Beschaffenheit gefragt sind. Der Blindenfußball versteht sich als inklusiver Sport, welcher über Geschlechter und Behinderungsspezifische Grenzen hinweg funktioniert.
Die Spieler und Spielerinnen orientieren sich über das Geräusch des Balls, die Zurufe des Teams und klare Kommandos. Hinter dem gegnerischen Tor unterstützt ein sogenannter Guide die Angreifer mit gezielten Ansagen. Gespielt wird auf einem kleineren Feld mit seitlichen Banden, die den Ball im Spiel halten und zusätzliche Orientierung geben. Die Spieler und Spielerinnen punkten mit Präzision, Training und Teamarbeit auf höchstem Niveau.
Blindenfußball in Österreich
Blindenfußball in Österreich ist eine junge, aber wachsende Sportart. Seit etwa einem Jahrzehnt wird er von den Behindertensportvereinen in Wien und Graz, mit regelmäßigen Trainings, Turnieren – vor allem in Wien – und einer Auswahlmannschaft, die bei internationalen Bewerben antritt. Initiativen wie der VSC/ABSV Wien (Verein für Sport für Blinde und Sehbehinderte) bilden Spieler:innen aus und nehmen sogar an der deutschen Blindenfußball-Bundesliga teil. Österreich war zudem Pionier beim Aufbau eines Frauen-Blindenfußballteams, dem ersten seiner Art in Europa. Trotz dieser Fortschritte bleibt Blindenfußball ein Nischensport, der auf mehr Bekanntheit, Unterstützung und aktive Teilnahme angewiesen ist.
Darum versucht der Förderverein für Blindenfußball auch als Vermittler zu fungieren und neue Sportler:innen, Trainer:innen und Guides zu gewinnen und auch an Teams weiterzuvermitteln. Derzeit wird unter anderem in Wien nach Unterstützung bei den Trainings gesucht. Vor allem Guides und Torhüter:innen werden benötigt.
Vorkenntnisse oder Fußballerfahrung sind nicht notwendig, lediglich Spaß am Sport und miteinander. Zu den Aufgaben gehört zum Beispiel auch das Zurufen als Richtungsangabe. Wer mitmachen möchte, kann sich unkompliziert unter info@blinden-fussball.at melden oder auf https://blinden-fussball.at/ informieren.
Inklusive Angebote im Blick: football4all
„Veranstaltungen wie der Super-Cup zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial im inklusiven Sport steckt. Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam für Bewegung und Sport zu begeistern – genau darum geht es. Der Super-Cup ist eine großartige Bühne, um noch mehr Aufmerksamkeit für inklusive Angebote zu schaffen. Der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs ist dieses Thema ein besonderes Anliegen. Deshalb gibt es auch Projekte wie football4all, die barrierefreie Zugänge zu Sportveranstaltungen ermöglichen, zum Beispiel mit Tickets inklusive Audiodeskription“, betont Daniele Marano von der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, Projektverantwortlicher von football4all.
Super-Cup-Premiere 2026
Erstmals wird der Österreichische Blindenfußball Super-Cup ausgespielt:
Datum: Samstag, 14. März 2026
Anpfiff: 14:00 Uhr
Sportanlage Hopsagasse 5, 1200 Wien
Eintritt frei!