"Ich wusste nicht weiter"

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Heidemarie Feucht hat schon sehr viel durchgemacht, heute ist die tapfere Frau beinahe blind. Ein besonders schwieriger Moment war der Verlust des linken Auges. „Mir ging es sehr schlecht, nachdem ich ein Kunstauge bekommen habe. Ich wollte jeden Tag sterben. Ich wusste nicht mehr weiter und schämte mich entsetzlich“, beschreibt sie die harte Zeit, in der sie erst eine Augenklappe tragen musste, bis sie dann eine Prothese bekam. „Ich war plan- und hilflos“, erzählt sie. In dieser Zeit war sie oft bei uns in der Beratung. „Bei der Hilfsgemeinschaft vermittelte man mir das Gefühl, als drehe sich die Welt nur um mich.“

Zurück ins Leben

Frau Feucht freut sich, dass die Hilfsgemeinschaft viele Veranstaltungen anbietet und sie sich mit anderen Betroffenen austauschen kann. „Es ist so wichtig, nicht allein zu sein! Dank eurer Kompetenz bin ich wieder mitten im Leben angekommen! Irgendwann habe ich wieder Licht gesehen.“ Es ist sehr bewundernswert, wie die zierliche Frau immer wieder jegliche Schicksalsschläge wegsteckt. „Ich lebe im Jetzt. Ich trauere nicht der Vergangenheit hinterher. Das bringt für die Zukunft nichts und blockiert nur.“

Frau Feucht sitzt vor einem Bildschirmlesegerät, auf dem Text in großen Buchstaben zu sehen ist
Frau Feucht sitzt vor einem Bildschirmlesegerät, auf dem Text in großen Buchstaben zu sehen ist

Blindheit kann jeden treffen

Heidemarie Feucht engagiert sich für ein größeres Bewusstsein für Behinderungen in der Gesellschaft und leistet Aufklärungsarbeit, wie man mit Betroffenen umgeht. „Blindheit kann jeden treffen, sei es durch einen Unfall oder eine Krankheit, zumal die Menschen immer älter werden.“

Heidemarie Feucht: Sehbehindert – na und? Mut tut gut

„Ich wollte unbedingt ein Buch schreiben, um anderen Betroffenen Mut zu machen und Hoffnung zu geben. Trotz vieler Einschränkungen ist es möglich, ein lebenswertes, glückliches Leben zu führen“, sagt Frau Feucht. 2017 hat sie sich diesen Traum erfüllt. „Ich habe alles mit der Hand geschrieben und dreimal, mit Hilfe meines Mannes und des Bildschirmlesegeräts, überarbeitet.“

Das Buch ist barrierefrei: Große Schrift, große Abstände. Es eignet sich gut, um auch mit Bildschirm- und Vorlesegeräten gelesen werden zu können. Erhältlich im Buchhandel: Verlag Berger | ISBN 978-3-85028-795-1 | EUR 14,90