Ernest Lebar
Ernest Lebar wollte niemand etwas beweisen, sondern stets diszipliniert sein Wesen leben.
„Liebe ist nicht laut. Sie blüht am Schönsten im Stillen“

Der geborene Leobener war das einzige Kind seiner früh verstorbenen Eltern Anna und Otto. Noch zu deren Lebzeiten übernahm die Oma eine außergewöhnlich prägende Rolle, die auch in kulinarischer Hinsicht – manchmal viel zu gut – sein Leben formte.
Auf mich soll immer Verlass sein
Die VOEST Alpine war Zeit seines Lebens das berufliche Zuhause. Gewissenhaft, korrekt, verantwortungsvoll durch und durch, wirkte er dort ebenso wie in seinem privaten Umfeld. Niemals laut, machte er vieles mit sich selber aus, anstelle es nach außen zu tragen. Vielleicht auch dadurch bedingt, dass sein Leben von früh her von Verlusten überschattet war. Der schmerzliche Bruch mit der Liebe seines Lebens ließ ihn fortan allein bleiben, jedoch war er nie einsam. Obwohl geschwisterlos waren andere familiäre Verbindungen und Freundschaften tief verwurzelt. Beziehungen, die nicht auf Pflichten beruhten, sondern sich von einer gewachsenen Geschichte und gemeinsamen Erinnerungen jahrzehntelang nährten.
Die kleinen Freuden des Lebens
Der süßen Kulinarik manchmal zu sehr zugetan, war er gern gesehener Stammgast im Fitness-Studio, um auch seine Gesundheit nicht aus den Augen zu verlieren. An der Rezeption lernte er Bianca kennen. Vom ersten Moment an stimmte die Chemie zwischen den beiden und es entwickelte sich eine nahezu seelenverwandte Freundschaft bis zuletzt. Stolz führte er sie wie ein Vater zum Traualtar. Zu seinen persönlichen Fitness-Ambitionen gesellte sich auch stets die Begeisterung für Sport-Sendungen aller Art, die er gerne mit Gleichgesinnten teilte. Und zum Ausgleich dazu liebte er es leidenschaftlich, mit viel Akribie zu puzzeln.
Ich teile meine Welt auf Social Media
Seine späte Liebe galt Katze Rosi. Und so zeigte sich auch, dass er nicht nur im Kleinen liebevoll war, sondern auch im Größeren. Er spendete gern für Mensch und Tier, vor allem für jene, die beeinträchtigt sind. Und auch das tat er still, hilfsbereit und diskret. Und manchmal gönnte er sich Reisen, auf der Suche nach anderen Kulturen, Lebensgefühl und Schönheit, deren Eindrücke er in den sozialen Netzwerken gern zeigte.
In seinen letzten Jahren nahmen Krankheit und Gebrechlichkeit überhand, die er ruhig ertrug. Und überraschend, in einer lauten Silvesternacht, ist Ernest in aller Stille gegangen.
Leobens Hauptplatz ist mein Wohnzimmer
Seiner Großzügigkeit blieb er auch nach seinem Verscheiden treu. So vermachte er in herzlicher Verbundenheit der Hilfsgemeinschaft ein ansehnliches Legat, um auch all jenen Unterstützung angedeihen zu lassen, die nicht allein die Kraft haben, das Leben zu meistern. Wir gedenken in großer Dankbarkeit diesem großherzigen Spender und vielleicht, wenn irgendwo ein Puzzle fertig wird, lebt ein Funke Erinnerung an Ernest in vielen Erinnerungen wieder auf.