Christine Stenger
Christine Stengers Credo war stets, als Mensch für Menschen da zu sein.
„Geben ist schöner als nehmen. Nie ist jemand durch Geben arm geworden.“ – Anne Frank

Christine Stenger wurde am 8. August 1945 in Wien als jüngere Tochter eines Angestellten und einer Buchhalterin der Kontrollbank geboren. Ihre ältere Schwester Gerti war infolge einer unbehandelten Meningitis während der Kriegsjahre intellektuell beeinträchtigt. Beide Frauen verband zeitlebens eine innige Beziehung, die bis zu Gertis Tod im Jahr 2019 bestand.
Menschlichkeit als Lebenszweck
Christine Stenger interessierte sich bereits in sehr jungen Jahren für Menschen sowie für deren seelische und körperliche Gesundheit. Sie absolvierte eine Ausbildung zur EEG-Assistentin und arbeitete den Großteil ihres Berufslebens in der Forschungsabteilung der Psychiatrischen Universitätsklinik, vorwiegend im Schlaflabor.
1986 heiratete sie in zweiter Ehe den Gymnasialprofessor Mag. Gerhard Stenger. Ein guter Freund und die gemeinsame Begeisterung für das Tanzen brachten die beiden zusammen. Liebevoll standen sie bis zuletzt füreinander ein.
Aktiv, kreativ und innovativ
Unmittelbar nach ihrer Pensionierung wuchs in ihr der Wunsch, sich wieder sozial zu engagieren. Durch einen glücklichen Zufall lernte sie die Bezirksgruppe im 16. Wiener Gemeindebezirk kennen. Das war der Beginn ihrer 20-jährigen Tätigkeit als Freiwillige bei der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs.
Mit großer Leidenschaft absolvierte sie Besuchsdienste, organisierte Freizeitaktivitäten und gründete zahlreiche Gruppen, darunter auch eine Theatergruppe. Viele dieser Angebote sind heute nicht mehr aus unserem Programm wegzudenken und werden von unseren Mitgliedern weiterhin gerne angenommen.
Darüber hinaus war sie von 2004 bis 2016 als Vorstandsmitglied tätig und wirkte mit viel Herzblut und Enthusiasmus an der Geschäftsführung mit.
Interesse kennt kein Alter
Leider meinte es die Gesundheit im fortgeschrittenen Alter nicht allzu gut mit ihr. 2016 wurde bei Christine Stenger Parkinson diagnostiziert. Die rasch fortschreitende Erkrankung führte dazu, dass sie schweren Herzens ihre Freiwilligenarbeit einstellen musste.
Geistig hellwach, motiviert und interessiert nahm sie regelmäßig Anteil am Geschehen der Hilfsgemeinschaft und an den Leben all jener, die mit ihr in Verbindung standen.
Da das Ehepaar Stenger kinderlos war, reifte bereits früh der Gedanke, die Hilfsgemeinschaft als Erbin einzusetzen. Mit dieser großherzigen Geste stellte sie einmal mehr unter Beweis, wie eng sie der Hilfsgemeinschaft bis zuletzt verbunden war.
Damit ist sie ein Teil von uns – heute und für immer.