Wenn der Weikerlsee singt
Veranstaltungen & Freizeit
Ausgebuchte Singvögelwanderung der Hilfsgemeinschaft begeisterte mit spannenden Naturklängen
Wie klingt eigentlich eine Kohlmeise? Woran erkennt man eine Amsel nur anhand ihres Gesangs? Und welcher Vogel ist der wahre Meister der Imitation? Antworten auf diese Fragen gab es bei der ausgebuchten Singvögelwanderung der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs Ende April rund um den Linzer Weikerlsee. Gemeinsam mit Ornithologe Florian „Flo“ Billinger von BirdLife Österreich tauchten die Teilnehmer:innen zwei Stunden lang in die faszinierende Welt heimischer Vogelstimmen ein.
Zwölf naturbegeisterte Teilnehmer:innen – darunter sieben Mitglieder, vier Begleitpersonen sowie Standortleiterin Magdalena Hackl – trafen sich beim solarcity Zentrum am Lunaplatz, bevor es gemeinsam auf Entdeckungstour rund um den kleinen Weikerlsee ging. Dass die Wanderung speziell für Menschen mit Sehbehinderung konzipiert war, machte sie zu einem besonderen Erlebnis: Statt mit den Augen wurde vor allem mit den Ohren beobachtet.
Vogelkonzert mit Überraschungen
Mit viel Begeisterung und Fachwissen erklärte Florian Billinger die unterschiedlichen Gesänge heimischer Singvögel. Die Gruppe lernte nicht nur, einzelne Arten anhand ihrer Stimmen zu unterscheiden, sondern erfuhr auch Spannendes über Zugvögel und Standvögel, über Höhlenbauer und Nestbauer oder darüber, welche Vogelarten Österreich selbst im Winter treu bleiben.
Besonders beeindruckend war die kurze Begegnung mit dem „Sumpfrohrsänger“ – einem außergewöhnlichen Sänger, der die Stimmen zahlreicher anderer Vogelarten perfekt nachahmen kann. „Unglaublich, wie viele verschiedene Melodien dieser kleine Vogel beherrscht – man hätte nie gedacht, dass das alles nur ein einziger Vogel ist“, staunte ein Teilnehmer.
Auch moderne Technik kam zum Einsatz: Mithilfe der BirdLife-App konnten Vogelstimmen abgespielt werden, selbst wenn die Tiere gerade still blieben. So wurde die Naturführung zu einem abwechslungsreichen Hör-Erlebnis.
Trotz etwas windigem Wetter blieb die Stimmung ausgezeichnet. Besonders erfreulich: Die sorgfältig ausgewählten Wege rund um den Weikerlsee ermöglichten auch einer Begleitperson im E-Rollstuhl die uneingeschränkte Teilnahme. „Es war schön zu sehen, wie inklusiv und entspannt dieser Ausflug für alle funktioniert hat“, betonte Standortleiterin Magdalena Hackl. „Solche gemeinsamen Naturerlebnisse schaffen Verbindung und bleiben lange in Erinnerung.“
Am Ende waren sich alle einig: Diese besondere Wanderung hat nicht nur die Ohren geöffnet, sondern auch den Blick auf die heimische Vogelwelt verändert.
