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VIGO4AI: KI für mehr Selbstbestimmung

Aktuelles, Schulungen & Projekte

Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen am 14. Oktober 2026 an der Abschlusskonferenz des Erasmus+-Projekts VIGO4AI teil. Im Mittelpunkt standen die Projektergebnisse, praktische Anwendungen von Künstlicher Intelligenz und die Frage, wie KI für blinde und sehbehinderte Menschen sicher, barrierefrei und selbstbestimmt nutzbar werden kann.

KI verständlich und praktisch vermitteln

Das Projekt „VIGO4AI – Visually Impaired go for Artificial Intelligence“ beschäftigte sich in den vergangenen Jahren damit, wie blinde und sehbehinderte Menschen Kompetenzen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz erwerben können. Gemeinsam mit den Projektpartnern wurden drei Curricula und Tutorials entwickelt. Sie vermitteln sowohl grundlegendes Wissen über KI als auch praktische Anwendungen im Alltag und im Bildungsbereich.

Dabei ging es nicht nur um die Chancen der Technologie. Auch Datenschutz, Informationssicherheit, Barrierefreiheit und mögliche Risiken von KI waren wichtige Bestandteile des Projekts. Bei der Abschlusskonferenz in Wien wurden die Ergebnisse vorgestellt und anhand konkreter Beispiele demonstriert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten unter anderem Einblicke in KI-gestützte Assistenztechnologien, generative KI und Chatbots.

Ein Beispiel war die Erstellung eines KI-Podcasts, der in rund fünf Minuten generiert und anschließend live abgespielt wurde. Der Prompt lautete: „Erstelle einen lustigen Podcast, Dauer ca. 5 Minuten, Gesprächsthema: Inzucht der KI, kein deutschsprachiger Dialekt.“ Wichtig: Die Inhalte des Podcasts sind zu 100 Prozent KI-generiert. 

Podcast anhören

Chancen und Herausforderungen für Bildungseinrichtungen

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der Fachvortrag von a.Univ.-Prof. Dr. Klaus Miesenberger zum Thema „Herausforderungen und Chancen von KI für Bildungseinrichtungen“.

Künstliche Intelligenz verändert zunehmend, wie Menschen lernen, arbeiten und Informationen erhalten. Für Menschen mit Sehbehinderungen können KI-Anwendungen neue Möglichkeiten eröffnen und im Alltag eine wichtige Unterstützung bieten. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen – etwa wenn Anwendungen nicht barrierefrei entwickelt werden oder Nutzerinnen und Nutzer die Funktionsweise und Grenzen der Systeme nicht ausreichend kennen.

Sicherer Umgang mit Künstlicher Intelligenz

Im Anschluss diskutierten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen über den Einsatz von KI in der Bildung und einen sicheren Umgang mit der Technologie.

Auf dem Podium waren vertreten:

  • Assoc. Prof. Priv.-Doz. Mag. Dr. Elmar Fürst, Vorstandsvorsitzender der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs
  • Mag. Klaus Höckner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs
  • DSA Christian Zehetgruber, Geschäftsführer der VIDEBIS GmbH
  • Mag. Horst Ganitzer, Direktor des Bundes-Blindenerziehungsinstituts
  • Linda Kanzler, Barrierefreiheitsreferentin

Dabei wurde deutlich: KI bietet großes Potenzial. Nachhaltig zur gesellschaftlichen Teilhabe beitragen kann sie jedoch nur, wenn Barrierefreiheit, Datenschutz, Informationssicherheit und die Interessen der Nutzerinnen und Nutzer von Anfang an mitgedacht werden.

Das Projekt endet – die Entwicklung geht weiter

Das Erasmus+-Projekt VIGO4AI läuft mit Ende des Jahres 2026 aus. Die finalen Versionen der im Projekt entwickelten Curricula und Tutorials werden voraussichtlich Ende November auf der Projektwebseite www.vigo4ai.com verfügbar sein.

Bei einem Projekt rund um Künstliche Intelligenz kann jedoch nur bedingt von einer „finalen“ Version gesprochen werden: Die KI-Branche entwickelt sich rasant. Neue Anwendungen, Funktionen und technische Möglichkeiten kommen laufend hinzu und verändern auch die Anforderungen an Lernmaterialien.

Die Projektpartner sind sich daher bewusst, dass die entwickelten Materialien regelmäßig weiterentwickelt werden müssen. Auch nach dem offiziellen Projektende soll insbesondere die englische Version der Curricula und Tutorials nach Möglichkeit aktuell gehalten und an wichtige Entwicklungen im Bereich KI angepasst werden. So sollen die Materialien auch langfristig eine hilfreiche Grundlage für die Vermittlung von KI-Kompetenzen an blinde und sehbehinderte Menschen sowie ihre Trainerinnen und Trainer bleiben.

Ein erfolgreicher Abschluss

Die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort und online sorgten für einen vielfältigen Austausch. Die Abschlusskonferenz bot nicht nur die Möglichkeit, die Ergebnisse von VIGO4AI zu präsentieren, sondern auch gemeinsam über die nächsten Schritte in den Bereichen KI, Bildung und Barrierefreiheit nachzudenken.

Das Projekt VIGO4AI zeigt: Künstliche Intelligenz kann Menschen mit Sehbehinderungen neue Möglichkeiten eröffnen. Damit daraus mehr Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe entstehen, braucht es jedoch Wissen, barrierefreie Anwendungen und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie.

Mehr Informationen zum Projekt und zu den entwickelten Materialien gibt es auf www.vigo4ai.com.

Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden.