Maria Neumann

Frau Neumann war jahrelang mit der Hilfsgemeinschaft verbunden und unterstützte unsere Arbeit mit ihrer Spende.

„Es gibt nur ein Mittel, sich wohl zu fühlen: Man muss lernen, mit dem Gegebenen zufrieden zu sein und nicht immer das verlangen, was gerade fehlt.“

Theodor Fontane

Maria Neumann entdeckte unsere Hilfsgemeinschaft, als die Gesundheit ihrer Augen nachließ. Sie unterstützte unsere Arbeit viele Jahre lang durch Spenden und war auch als Gast in unserem Seniorenwohnhaus Waldpension mit der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs verbunden. Dennoch wussten wir kaum etwas über ihr Leben, deshalb sind wir ihrer lieben Nichte sehr dankbar, die uns einige Informationen für diese kleine Biografie zur Verfügung stellte.

Frau Neumann stammte aus bescheidenen Verhältnissen und wuchs als einziges Kind ihrer Eltern im 10. Wiener Gemeindebezirk auf. Als Kind war sie oft alleine, da die Mutter ihr Geld als Wäscherin verdienen musste und der Vater wenig zu Hause war.

Nach einer frühen ersten Ehe, die leider scheiterte, lernte Maria Neumann mit 26 Jahren ihre große Liebe Fritz kennen. Beide waren sportlich und verbrachten viel Zeit gemeinsam mit ihren Freunden an der Alten Donau. Natur, frische Luft, Sonne und Bewegung waren für sie ein Lebenselixier.

Es folgte die Hochzeit mit Fritz und viele schöne Jahre, in denen sie die arbeitsfreien Zeiten sowohl am Meer als auch in den Bergen verbrachten. Als Fritz in Pension war, erfüllten sie sich einen lange gehegten Traum und bauten ein Haus im Liebhartstal. Dort genossen sie die Natur und das Landleben. Von Mai bis Oktober waren sie „im Garten“ und kehrten erst im November oder auch erst kurz vor Weihnachten in ihre Wohnung nach Wien zurück.

Frau Neumann war eine begeisterte Gärtnerin. Alles gedieh prächtig unter ihren Händen und sie war unermüdlich im Hegen und Pflegen ihrer Pflanzenschützlinge. Daneben war sie eine Opernliebhaberin und ein großer Fan von Elina Garanca.

Als ihr Mann pflegebedürftig wurde, trennten sie sich schweren Herzens von ihrem Häuschen im Grünen. Fritz wurde in einem Pflegeheim betreut, wo Maria ihn nahezu täglich besuchte. Sein Tod im November 2006 traf sie schwer, lange Zeit trauerte Maria Neumann um ihren verstorbenen Mann.

Sie lebte nun allein in ihrer Wohnung. Wegen ihres Alters und der zunehmenden Erblindung konnte sie die für sie so wichtige „frische Luft und Sonne“ nur mehr auf ihrer Terrasse genießen.

Frau Neumann blickte zurück auf ein arbeitsreiches Leben, sie war immer sehr sparsam, sauber und ordentlich. Bis zum Schluss erhielt sie sich ihren wachen Geist und ihr Interesse an den Menschen in ihrer Umgebung sowie am politischen Geschehen.

Vielleicht war diese wache Anteilnahme auch ein Grund für ihre Entscheidung, unsere Hilfsgemeinschaft sowie auch andere gemeinnützige Organisationen mit einer Testamentsspende zu bedenken. Wir sind Frau Neumann für diese großzügige Unterstützung sehr, sehr dankbar!