Sinn stiften

Donnerstag, 5. Januar 2017 - 0:00

Fachkompetenz und Menschlichkeit – aus Überzeugung für Menschen im Einsatz

Ein Blogbeitrag von: Silvia Mayrhofer

Seit Jahrzehnten vermachen Menschen ihr Erbe ganz oder teilweise der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs. Seit August bin ich für den Bereich Erbschaften und Testamente verantwortlich. Das Thema „Augenlicht“ ist mir seit vielen Jahren ein großes Anliegen.

Bevor ich zur Hilfsgemeinschaft kam, arbeitete ich für eine Organisation, die sich für blinde und augenkranke Menschen in Entwicklungsländern einsetzt. Das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben steht uns allen zu, gut oder schlecht sehend, in Österreich und überall auf der Welt. Es ärgert mich, wenn Menschen auf ihre Behinderung reduziert werden. Außerdem können wir alle an AMD (Altersbedingte Makula-Degeneration) oder Diabetes erkranken und in höherem Alter von Sehschwäche und Blindheit betroffen sein. Ich freue mich, nun Teil der Hilfsgemeinschaft zu sein, und empfinde die Gespräche mit Testamentsspendern als große Ehre. Ein Vermächtnis ist das größte und schönste Geschenk, das man machen kann.

Testamente

Es fällt vielen von uns nicht leicht, an den eigenen Tod zu denken. Die Hälfte der Österreicher denkt laut Umfragen nicht daran, ein Testament aufzusetzen. Wer das tut, kann die eigene Familie gut versorgen, Freunde und Verwandte begünstigen und auch eine Organisation bedenken, deren Arbeit einem am Herzen liegt. Wenn Menschen ohne Kinder oder Ehegatten sterben, fällt ohne letztwillige Verfügung ihr Vermögen an Verwandte, mit denen oft gar kein Kontakt bestand, oder sogar an den Staat. Ich lege daher jedem nahe, ein Testament zu machen. Ein Erstgespräch mit einem Notar ist kostenlos. Notare kommen auch ins Haus, wenn man selbst nicht mehr mobil ist. Unter unseren Testamentsspendern sind Menschen mit Augenerkrankungen oder erblindeten Verwandten, aber auch viele Menschen, die das so grundlegende Thema „Sehen“ einfach berührt.

Beratungsangebot

Testamentsspenden tragen substanziell zu unserer Arbeit bei. Was die Hilfsgemeinschaft gegenüber vielen anderen Organisationen auszeichnet, ist das Angebot an professioneller Beratung und Kontakt. Alleinstehend heißt nicht unbedingt allein: Mehrmals im Jahr laden wir unsere Testamentsspender zu einem gemütlichen Nachmittag ein. Wir feiern Geburtstage gemeinsam und halten Telefon- und Briefkontakt.

Wer möchte, lässt sich beraten und bekommt eine Notfallkarte mit unseren Kontaktdaten. Falls eine Patientenverfügung bei uns
deponiert wird, bringen wir diese im Notfall sofort ins Krankenhaus. Wünsche für Begräbnis und Grabpflege besprechen wir
ebenfalls gerne.

Viele Testamentsspender lernen wir nie persönlich kennen und können ihnen leider nie Danke sagen. Doch natürlich setzen wir
auch den letzten Willen der Menschen, die wir vorher nicht kannten, um, so gut wir nur können.

Erinnerungen

Testamentsspender bleiben immer ein Teil der Hilfsgemeinschaft. Ein Wandbild mit Fotos und eine Galerie auf unserer Homepage erinnern an sie. Eine schöne Tradition ist das Schmücken der Gräber zu Allerheiligen, das ich heuer zum ersten Mal übernehmen darf. Oft erzählen mir Kolleginnen und Kollegen von ihren Erlebnissen mit Unterstützern, denen sie im Lauf vieler Jahre begegnet sind.

In diesen Geschichten, Anekdoten und Erinnerungen bleiben die Menschen lebendig, die sich mit uns über ihr Leben hinaus für die Anliegen unserer blinden und sehschwachen Mitglieder eingesetzt haben.

Kontakt
Bitte kontaktieren Sie mich für unverbindliche Informationen, eine Testamentsbroschüre oder ein vertrauliches Gespräch:
Silvia Mayrhofer, Tel. 01 / 330 35 45-39, E-Mail

www.hilfsgemeinschaft.at/testament