Mordsgeschichte

Dienstag, 3. März 2020 - 12:53

Eine packende Lebensgeschichte bekamen die Besucher der Lesung am 17. Jänner im Beratungszentrum zu hören. Aufgrund der Sehbeeinträchtigung der Autorin übernahm eine Freundin den Vortrag.

Spannung

Schon der spannende Titel „Liebe, Mord und tausend Tränen“ versprach aufregende Details: Oft erwischte Erika Weniger auf ihrer Suche nach Liebe leider die falschen Männer. Ihr erster Ehemann gestand ihr, das Model Ilona Faber ermordet zu haben. Das aufsehenerregende Verbrechen sorgte 1958 für Schlagzeilen und ging in die Wiener Kriminalgeschichte ein. Zwar wurde ein Verdächtiger gefasst, aber nicht verurteilt, weil es keine Beweise gegen ihn gab.

Erika Weniger schilderte den Vorfall so: Ihr damaliger Mann hatte Streit mit Ilona Faber, er war betrunken und hatte ein Blackout. Anscheinend erwürgte er das Model hinter einem Busch und man fand Bisswunden an ihrem Hals. Sie schwieg, ging aus Angst nicht zur Polizei. Sie betonte oft, dass sie immer geglaubt habe, früher oder später selbst das Opfer ihres gewalttätigen Ehemannes zu werden, von dem sie sich aber später scheiden ließ. Jahrelang bekam Erika des Öfteren Besuch von der Polizei. Ihr mörderischer Exmann erlag 1996 einer schweren Krankheit. Auch einige ihrer anderen Ehemänner – es waren insgesamt sechs Ehen – waren gewalttätig. Ihr zweiter Ehemann war medikamentenabhängig.

Emotionen

Es war ein düsterer, spannender und emotionaler Nachmittag in der Hilfsgemeinschaft und die eine oder andere Träne ist geflossen. Im Publikum war der Mordfall Ilona Faber bekannt und die späte Aufklärung sorgte für einige Diskussionen.

Links steht eine ältere Dame und hält ein Buch in der Hand. Rechts neben ihr steht ein junger Mann.
Lesung „Liebe, Mord und tausend Tränen“

Nächste Lesung

Die nächste Lesung findet am 20. März 2020 im Beratungszentrum statt. Dieses Mal wird es um Erotik und mehr gehen! Das Autorenehepaar Michaela und Wilhelm Maria Lipp liest aus seinem Buch „Kopfkino“.