Interview mit dem OCG-Vizepräsidenten

Dienstag, 25. Juli 2017 - 9:18

Die Österreichische Computer Gesellschaft (OCG) ist ein gemeinnütziger Verein und wurde 1975 zur Förderung der Informatik und IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) gegründet. Klaus Höckner, Stellvertretender Vorsitzender der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, ist seit April 2017 Vizepräsident bei der OCG. Wir haben unseren Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Klaus Höckner gebeten, uns etwas über die Arbeit bei der OCG zu erzählen.

Du bist seit April 2017 Vizepräsident bei der OCG. Ein wichtiges Anliegen ist unter anderem, dass vor allem auch bei den Verantwortungsträgern erkannt wird, wieviel Potential in neuen Technologien für Menschen mit Behinderung steckt. Was kann die OCG dazu beitragen?

Die OCG und ihre Mitglieder können als Multiplikatoren dienen. Damit erreichen wir eine Vielzahl von Verantwortungsträgern in der IT-Branche. Hier müssen wir ansetzen, um diesen Personen die Wichtigkeit des Themas für Menschen mit Behinderungen nahezubringen und ihnen zeigen, welche Revolution IKT für das selbständige Leben dieser Personengruppe bedeutet. Weiters kann man ihnen vor Augen führen, welch großer Markt hier nicht erschlossen wird und welche Absatzchancen verloren gehen.

Ein wichtiger Punkt ist auch die Verankerung des Themas Barrierefreiheit in der Ausbildung und in den Lehrplänen. Wie ist da dein Eindruck? Hat sich hier in den letzten Jahren etwas getan oder ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten?

Leider ist das ein Thema, welches von den Stakeholdern noch nicht aufgegriffen wurde. Meiner Meinung nach sollte jeder Schüler und jede Schülerin, wenn sie die Ausbildung abgeschlossen haben, zumindest eine Grundeinführung in das Thema Barrierefreiheit durchlaufen haben.

Sowohl in der IKT-Ausbildung als auch im Architekturstudium (bauliche Barrierefreiheit, Glasflächenkennzeichnung etc.) ist es in ganz besonderem Ausmaß wichtig. Hier ist aber noch viel Überzeugungsarbeit notwendig, um dieses Thema in die Köpfe zu bringen. Barrierefreiheit in die Studienpläne zu verankern ist ein weiteres Ziel.

Bitte beende den folgenden Satz. In zehn Jahren …

Würde ich mir wünschen, dass mein Job überflüssig geworden ist.