Bewegung und Abhärtung: Ein Rezept, um 100 zu werden

Mittwoch, 12. Oktober 2016 - 8:53

Als Johann Ure bei der Tür hereinkommt, würde niemand, der ihn nicht kennt, vermuten, dass er der erwartete Jubilar ist. Die Tatsache, dass der 100-Jährige an Krücken geht, hat ihn nicht davon abgehalten, von Klosterneuburg mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Jägerstraße anzureisen.

Mit großer Freude erwarten ihn etliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Turngruppe, die Johann Ure bis zu seinem 91. Lebensjahr in der Hilfsgemeinschaft geleitet hat. Erinnerungen werden ausgetauscht und Anekdoten erzählt. Was auffällt: alle Anwesenden wirken besonders fit und junggeblieben!

Leistung und Leidenschaft

In Vorstandsvorsitzendem Elmar Fürst, Professor an der WU Wien, entdeckt der Jubilar als Absolvent der damaligen Universität für Welthandel einen Kollegen. Lebhaft unterhält er sich mit allen Gratulanten und weiß als Ergänzung zur Laudatio von Ehrenvorsitzendem Heinz Vogel einiges zu erzählen. Denn in so einem langen Leben gibt es vieles, was man nicht vergisst. Die glücklichen Erinnerungen an die Kindheit in Klagenfurt, an die langjährige Ehe mit Herta, aus der auch drei Kinder und mittlerweile zahlreiche Enkerln hervorgegangen sind, und an die beruflichen Erfolge. Die weniger schönen Erinnerungen an den Krieg, an die Verwundung, die Johann Ure einige Finger und die Sehkraft an einem Auge gekostet hat, die Gefangenschaft.

Aber eines zieht sich durch alle Erinnerungen: der starke Wille des heute 100-Jährigen. Er war immer aktiv und sagt selbst, dass Abhärtung wichtig ist und dass man nie aufgeben darf. Mit 70 Jahren hat Johann Ure einen vierwöchigen Lehrwartkurs besucht und als Einziger die Prüfung zum Übungsleiter im Fitness-Sport mit Auszeichnung bestanden. Dieses Wissen und diese Leidenschaft hat er erfolgreich an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Turngruppe in der Hilfsgemeinschaft weitergegeben. Davon konnte man sich an diesem Nachmittag überzeugen!