Barrierefreies Web

Mittwoch, 12. Februar 2020 - 14:08

Was bedeutet „Barrierefreies Web“?

Laut Statistik Austria leben in Österreich rund 1,7 Millionen Menschen mit einer dauerhaften oder temporären Beeinträchtigung, rund 2 Millionen Menschen können nicht sinnerfassend lesen. Psychische und körperliche Einschränkungen können den Zugang zu Informationen im Internet erheblich erschweren. Damit das Web von allen Menschen unabhängig von einer Beeinträchtigung verwendet werden kann, gibt es internationale Richtlinien – Web Accessibility Initiative (WAI) Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1. – die einen barrierefreien Zugang gewährleisten.

Allgemeine Richtlinien zur Umsetzung einer barrierefreien Website

Österreich hat sich verpflichtet diese Richtlinien als festen Bestandteil der E-Government-Strategie umzusetzen. Unter Einhaltung der Empfehlungen bei Design, Entwicklung und Betreuung der Inhalte, werden die Informationen für eine größere Gruppe von Menschen zugänglich und somit nutzbar. Dies betrifft nicht nur Menschen mit einer Behinderung, sondern auch ältere Personen, die aufgrund von nachlassendem Hör- und Sehvermögen, sowie Bewegungseinschränkungen, digitale Informationen nur mehr schwer wahrnehmen können.

Vorteile einer barrierefreien Website

Eine barrierefreie Website bietet mehrere Vorteile. Im Zuge der Corporate Social Responsibility (CSR) können sich Unternehmen klar positionieren und für eine inklusive Teilhabe von Menschen mit Behinderung einsetzen. Neben der Einhaltung von Gesetzen gibt es darüber hinaus auch zahlreiche betriebswirtschaftliche Gründe, Barrierefreiheit zum zentralen Thema zu machen.

Betriebswirtschaftliche Gründe für einen barrierefreien Webautritt

  • Erreichen einer größeren Zielgruppe
  • Vorteile bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO)
  • Und damit verbunden eine höhere Indexierung und Reichweite
  • Steigerung der User Experience und Nutzbarkeit der Website

Tipps für Einsteiger – Wie mache ich meine Website barrierefrei

Damit eine Website barrierefrei und somit für alle zugänglich wird, muss sie nach den internationalen Richtlinien (WCAG 2.1.) gestaltet und entwickelt sein. Online Redakteure und „Content Creator“ können mit einfachen Schritten wesentlich dazu beitragen, eine Website für Menschen mit Behinderung lesbar und leichter zugänglich zu machen. Wir stellen kurz grundlegende Punkte vor, damit Sie bei der Erstellung von Webinhalten die Anforderungen der WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) erfüllen können.

- Bilder mit Alt-Tags versehen
Schreiben Sie für jedes Bild und jede Grafik einen Alternativtext. Diese werden von Screenreadern und Suchmaschinen wie Google herangezogen, um ein Bild oder eine Grafik zu beschreiben. Der Alternativtext sollte möglichst kurz sein und die Informationen des Bildes oder dessen Funktion beschreiben.

- Inhalte strukturieren (Überschriften)
Formatieren und strukturieren Sie Ihre Texte mit kurzen Überschriften, um die einzelnen Abschnitte und Absätze klar voneinander zu trennen. Gute Überschriften geben einen Überblick über den Inhalt. Das gleiche gilt für Tabellen und Listen.

- Farben und Kontraste
Der Text muss in starkem Kontrast zum Hintergrund stehen, da diese die Lesbarkeit erhöhen. Starke Kontraste, also hell auf dunkel und umgekehrt, sollten bei Elementen, Schaltflächen und Hintergrundverläufen immer gegeben sein. Text auf Bildern sollte, wenn möglich, vermieden werden.

- Beschreibende Links verwenden
Verwenden Sie klare und verständliche Links. Der Linktext sollte den Inhalt des Linkziels beschreiben und relevante Informationen beinhalten. Gern verwendete Phrasen wie „Lesen Sie mehr“ sollten Sie meiden. Falsch oder nicht benannte Links können von blinden und sehbehinderten Menschen nicht wahrgenommen werden, da die Sprachausgabe diese nicht vorliest.

- Verständliche Texte und Leichte Sprache
Schreiben Sie in kurzen, klaren Sätzen und verwenden Sie je nach Kontext eine einfache Sprache in der sie unnötig komplexe Wörter und Phrasen vermeiden. Gegebenenfalls kann ein Glossar helfen, Wörter zu beschreiben die Ihre Leserschaft nicht kennt.

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