Mehr als Schrift
Die UNESCO ist eine Organisation der Vereinten Nationen, die sich für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation einsetzt. Als Kulturerbe gelten dabei Traditionen und Ausdrucksformen, die Identität stiften und von Generation zu Generation weitergegeben werden. Genau das trifft auf die Brailleschrift zu.
Für rund 5.000 Menschen in Österreich ist sie ein aktiver Begleiter im Alltag. Sie macht gesprochene Sprache tastbar und ermöglicht Zugang zu Information, Bildung und Kultur. Entwickelt von blinden Menschen selbst, steht sie für gelebte Selbsthilfe und gleichberechtigte Teilhabe.
Mit der Aufnahme in das UNESCO Verzeichnis wird aber auch auf Herausforderungen hingewiesen. Technologische Entwicklungen und sinkende Förderungen führen dazu, dass immer weniger Menschen Braille erlernen. Dabei bleibt das Lesen mit den Fingern für viele unersetzlich. Es stärkt die Rechtschreibung, fördert das Gedächtnis und ermöglicht ein selbstständiges Leben, etwa beim Erkennen von Medikamenten oder beim Lesen von Beschriftungen im öffentlichen Raum.
Fortschritt und Technologie
Gleichzeitig entwickelt sich die Brailleschrift weiter. Digitale Technologien wie Braillezeilen machen Inhalte am Computer oder Smartphone zugänglich und verbinden Tradition mit Fortschritt.
Als Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs setzen wir uns aktiv dafür ein, dieses wertvolle Kulturgut zu erhalten und weiterzugeben. Mit Kursen in Voll und Kurzschrift sowie individueller Beratung unterstützen wir Menschen dabei, Braille zu erlernen oder ihre Kenntnisse zu vertiefen. Denn Braille ist mehr als ein System. Es ist ein Schlüssel zu Bildung, Selbstständigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe, heute und in Zukunft.
Sie wollen die Schrift selbst erlenen? In unserem Veranstaltungskalender finden Sie aktuelle Termine zu Braillekursen.