Taktile Schwangerschaftstests werden entwickelt

Barrierefreiheit

Ein Schwangerschaftstest, der es blinden und sehbehinderten Frauen ermöglicht, eine Schwangerschaft festzustellen, ohne auf jegliche Hilfe von außen angewiesen zu sein, ist derzeit noch nicht verfügbar. Doch das könnte sich in Zukunft ändern, damit auch werdende Mütter mit einer Sehbehinderung diesen Glücksmoment erleben können.

Ein Schwangerschaftstest, der es blinden und sehbehinderten Frauen ermöglicht, eine Schwangerschaft festzustellen, ohne auf jegliche Hilfe von außen angewiesen zu sein, ist derzeit noch nicht verfügbar. Doch das könnte sich in Zukunft ändern, damit auch werdende Mütter mit einer Sehbehinderung diesen Glücksmoment erleben können.

Das britische Royal National Institute of Blind People (RNIB), die größte Blindenwohltätigkeitsorganisation Großbritanniens, hat im Rahmen der Kampagne “Design For Everyone” die Forschungsmethoden und die industriellen Formvorgaben für den Prototyp eines tastbaren Schwangerschaftstests veröffentlicht um so Gesundheitsunternehmen zur Produktion von inklusiven Schwangerschaftstest zu motivieren.

Der Test selbst basiert, genauso wie herkömmliche visuelle Schwangerschaftstests, auf Hormonspuren im Harn. Die mit dem Harn reagierende Fläche ist farblich und taktil gekennzeichnet. Wenn der Harn von der Fläche absorbiert wird, erhebt sich ein Punkt auf der Unterseite der Maschine. Sollte eine Schwangerschaft bestehen, erheben sich zwei weitere Punkte auf der Oberseite der Maschine.

Wichtiger Schritt zu mehr Selbstbestimmung

Die Barrierefreiheit dieser Lösung fördert nicht nur die Selbstbestimmung der Nutzerinnen. Vielmehr wird hier auch deren Privatsphäre gewahrt und das in einer Situation, in der für Frauen die Kontrolle der Umstände und der Information besonders wichtig ist.

Zurzeit wird der Prototyp in einem beschränkten Nutzerinnenkreis getestet und verfeinert. Mit der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse sollen Gesundheitsunternehmen auf die Relevanz der Privatsphäre und Selbstbestimmung von Blinden und Sehbehinderten Menschen aufmerksam gemacht werden. 

Auch für werdende Väter sind die ersten Wochen der Schwangerschaft eine ganz besondere Zeit. Das heranwachsende Kind beim Ultraschall zu sehen ist jedoch für Blinde und Sehschwache nicht möglich. In Großbritannien konnte sich ein werdender Vater nun zum ersten Mal, dank einer nachgestickten Version des Ultraschallbildes auch ein Bild seines Kindes machen. Durch das Erfühlen der Stickerei ist die Vorfreude auf die Geburt des Kindes noch viel größer geworden, so der werdende Vater.