Inklusion im Museum

Barrierefreiheit

EU-Projekt ARCHES macht Kunstobjekte für Menschen mit einer Behinderung erlebbar.

Innovative technische Lösungen sorgen für Barrierefreiheit

Seit Februar 2018 finden im Kunsthistorischen Museum (KHM) in Wien ganz besondere Workshops im Rahmen des EU-Projektes ARCHES statt. Unter der Leitung von Kunsthistorikerin Rotraut Krall arbeiten sehbehinderte und blinde Menschen, Personen mit Lernschwierigkeiten und Hörbeeinträchtigung an der Entwicklung von technischen Lösungen, die ihnen zum selbstbestimmten Besuch von Ausstellungen und Museen verhelfen sollen. „An unseren Workshops nehmen im Schnitt 25 Personen teil. Trotz der vielen unterschiedlichen Arbeitsweisen ist die Gruppe homogen und die Atmosphäre sehr konzentriert, weil alle hochmotiviert sind“, freut sich Rotraut Krall. Das KHM ist einer von 13 Partnern des EU-Projektes ARCHES, das über Horizon 2020 finanziert wird.

Zusammenarbeit

„Die Teilnehmer erarbeiten gemeinsam die Kriterien für eine barrierefreie App, mit deren Hilfe sie 20 ausgewählte Kunstobjekte erleben können. Jedes dieser Objekte, wie z. B. der Deckelpokal aus Rhinozeroshorn aus der Kunstkammer, wird ausführlich beschrieben: in Gebärdensprache, in einfacher Sprache und als Audioversion für blinde Menschen. Das Feedback unserer Workshop-Teilnehmer zu den Objektbeschreibungen liefert uns wertvolle Anregungen für Verbesserungen. Eine erste Testversion der App ist bereits geprüft worden“, erläutert Rotraut Krall die Fortschritte.

An einem taktilen Plan des Museums für blinde Besucher wird ebenfalls gearbeitet, ebenso wie an einer Audiobeschreibung zur Orientierung im Gebäude. Darüber hinaus wird eine erste Variante eines Lernspiels getestet. Dabei können aus Details einzelner Kunstwerke selbstständig neue Werke kreiert werden.

Lob vom Experten

Daniele Marano, Experte für Barrierefreiheit und neue Technologien in der Hilfsgemeinschaft, nimmt an den Workshops teil: „Dass von Beginn an behinderte Menschen in den Entwicklungsprozess eingebunden sind, ist vorbildlich gelebte Inklusion. Denn nur so können gemeinsam sehr gute, absolut bedarfsgerechte Lösungen erarbeitet werden!“