Selbsterfahrung

Dienstag, 27. August 2019 - 8:37

Mit Augenbinde und Taststock auf Erkundungstour

Von den Sensibilisierungstrainings und Praxisschulungen, die von der Hilfsgemeinschaft angeboten werden, dürfen auch die freiwilligen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren.

Workshops

Anfang Mai traf sich eine kleine Gruppe Interessierter im Beratungszentrum, um erste Erfahrungen mit Augenbinde und Taststock zu sammeln. Vor allem neue Kolleginnen und Kollegen freuen sich über die internen Workshops, die von Schulungsleiterin Petra Wrba zusammen mit stark sehbehinderten und blinden freiwilligen Mitarbeitern abgehalten werden. Diese zeigen den Teilnehmenden, wie man den Taststock über den Boden bewegt und geben Tipps zur Sicherheit im Straßenverkehr. Sicherheit steht bei den Erkundungstouren nämlich an oberster Stelle. „Wir bilden immer Zweier-Teams, die während der Selbsterfahrung ihre Rollen tauschen. Jede Person ist einmal „blind“ und einmal die sehende Begleitperson, die aufpasst. Deshalb zeigen wir ihnen auch Führungstechniken, bevor wir die Leute auf die Straße schicken“, beruhigt Petra Wrba. Sie und ihre „Guides“ – Michele Macura, Fritz Kirchner und Harry Rother – betreuten die unternehmungslustigen kleinen Grüppchen, die einige Aufgaben in der nächsten Umgebung zu lösen hatten. Dazu gehörte eine Fahrt mit der Straßenbahn, der Besuch einer Bankfiliale, sowie ein Einkauf in einem Supermarkt und in einer Bäckerei. Nach rund 90 Minuten fanden sich alle wohlbehalten wieder im Beratungszentrum ein, um von ihren Erlebnissen zu berichten.

Schulungsangebot

„Unsere internen Workshops sind etwas allgemeiner als unsere externen Schulungen. Diese orientieren sich eng an der Praxis der jeweiligen Zielgruppe. Wir decken damit eine breite Palette ab: von Krankenpflegeschulen und Sozialberufen, über Kunst- und Kulturvermittlung bis zu Tourismus- und Verkehrsbetrieben. Aber auch Schulkinder und Studierende nehmen an unseren Sensibilisierungstrainings teil, um etwas über den richtigen Umgang mit sehbeeinträchtigten Mitmenschen zu erfahren“, erläutert Petra Wrba.

Eine Frau und ein Mann stehen mit je einem Langstock in der Hand bei einer Straßenbahnstation.
Korrekte Stockhaltung beim Warten auf die Straßenbahn