Einblicke in die Arbeitspraxis der Hilfsgemeinschaft

Dienstag, 20. November 2018 - 12:15

Mitarbeiterin im Directmarketing - Henriette Werner

Viele kennen die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen durch persönliche Beratungsgespräche, diverse Veranstaltungen und Projekte. Ein ganz wesentlicher Teil unserer Arbeit findet jedoch abseits der Öffentlichkeit statt. In regelmäßigen Abständen gewähren wir Einblicke in die Arbeitspraxis der Hilfsgemeinschaft und stellen wichtige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor. Heute erzählt uns Henriette Werner von ihrer Tätigkeit im Directmarketing.

Für die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs zu arbeiten, ist eine Aufgabe die nicht nur erfüllend ist, sondern auch Spaß macht. Trotzdem gibt es Tage, wo die negativen Gedanken eine hoffnungsvolle Perspektive kaum zulassen. An solchen Tag besucht man am besten Jette, wie Henriette Werner von ihren Kolleginnen und Kollegen genannt wird, in ihrem Büro im zweiten Stock. Denn Jette weiß, welche positiven Veränderungen die Hilfsgemeinschaft im Leben ihrer Mitglieder bewirkt hat. Seit zwei Jahren arbeitet sie in der Fundraising-Abteilung. Regelmäßig besucht sie Mitglieder der Hilfsgemeinschaft und interviewt diese für die Spendenaussendungen. Sie weiß um die teils schweren Schicksale der sehbeeinträchtigten Menschen Bescheid, aber auch, wie die Mitarbeiterinnen der Beratungsabteilung helfen konnten.

In ihrer Tätigkeit als Fundraiserin ist sie für die Spendennewsletter verantwortlich, erstellt Bildkalender, hilft bei der Planung, Gestaltung und Koordination der jährlich stattfindenden Spendenlotterie „Augenstern“ und organisiert die „Helfer“-Aussendungen. Darin erfährt man, was eine Spende erreichen kann und was sie bereits bewirkt hat. Nicht nur unsere Spenderinnen und Spender erfreuen sich an den Einblicken in das Leben unserer Mitglieder. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hilfsgemeinschaft sind dankbar für die positiven Beispiele, die zeigen, dass das Leben vieler blinder und sehbehinderter Menschen nachhaltig verbessert werden konnte.

Auch für Jette ist das positive Feedback der Menschen, Antrieb und Feder ihrer Arbeit. Die studierte Sportwissenschaftlerin wollte nach ihrer langjährigen Tätigkeit als Sportjournalistin eine Veränderung in ihrem Leben haben und eine Tätigkeit mit Sinn. Wie wichtig ihre Arbeit ist, wurde Jette gleich bei ihrer ersten Spendengeschichte klar. „Meine erste Spendenaussendung war ein Interview mit einem kleinen Mädchen. In unserem Helfer habe ich über die Schwierigkeiten und Einschränkungen erzählt, die dem Mädchen aufgrund der Sehbeeinträchtigung begegnen. Ihre Großmutter hat mir danach erzählt, dass ihr nie wirklich bewusst war, welchen Schwierigkeiten sich ihre Enkelin täglich stellen muss und ihr unsere Geschichte dies jetzt verdeutlicht hat. So ein Feedback tut gut und spornt an“, erzählt Jette.

Für Jette ist das positive Feedback der Menschen, Antrieb und Feder ihrer Arbeit.
Für Jette ist das positive Feedback der Menschen, Antrieb und Feder ihrer Arbeit.

Auch in ihrem privaten Umfeld war sie schon mit dem Thema Sehbehinderung konfrontiert. Der Mann ihrer Oma hatte Altersbedingte Makuladegeneration. AMD ist eine Netzhauterkrankung, die zu einem Verlust der Lesefähigkeit und des zentralen Gesichtsfeldes führt. „Schon als Kind war ich bei einem Besuch des „Alle Sinne“- Hauses davon beeindruckt, wie Menschen mit ihrer Sehbeeinträchtigung umgehen. Jetzt kann ich helfen, die Lebensqualität blinder und sehbehinderter Menschen zu verbessern.“