Ein Blindenführhund kommt zu Wort

Dienstag, 9. August 2016 - 0:00

Ich habe noch nie einen Blogbeitrag von einem Hund gesehen - ich finde es wird Zeit dafür! Dieses Posting ist von einem ganz besonderen Hund - von einem Blindenführhund.

Blindenführhunde ermöglichen ihren Haltern ein hohes Maß an Mobilität und Sicherheit im Straßenverkehr. Sie erhöhen damit die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit ihrer Besitzer. Die Auswahl des richtigen Tieres, abhängig von den Bedürfnissen seines Halters, ist ganz wesentlich. So wie der Blindenführhund eine spezielle Ausbildung benötigt, muss auch der Halter lernen, seinem Tier die richtigen Kommandos zu geben.

Erfahrene Führhundetrainer stellen bereits im Welpenalter durch entsprechende Tests die Eignung der Tiere fest. Rund ein Jahr verbringen die Junghunde bei Patenfamilien. Danach beginnt die Ausbildung, die rund zwölf Monate dauert. Aber mehr dazu erzählt euch der Blundenführhund Lilli, sie ist der Hund von Waltraud. Waltraud ist Mitglied der Hilfsgemeinschaft.

Hallo, mein Name ist Lilli

Ich bin 3 Jahre alt, habe eine lange Schnauze und bin eine dreifärbige Colliehündin. Von Beruf bin ich Blindenführhund. Mein Frauchen ist Waltraud.

Ich wurde sorgfältig ausgewählt

Ein Blindenführhund muss bestimmte Charaktereigenschaften haben. Ich bin gutmütig, gehorsam, geschickt und intelligent, außerdem nicht schreckhaft und nicht ängstlich. Denn es können unerwartete Ereignisse passieren, die mich nicht aus der Ruhe bringen dürfen.

Ich wurde gut ausgebildet

Meine Hundetrainerin hat viel Erfahrung und war sehr lieb zu mir. Schon als Welpe kam ich zu ihr. So konnte sie schon früh beobachten, ob ich für diese schwierige Aufgabe geeignet bin. Anfangs musste ich nur wenig tun, weil ich noch zu klein war. Aber mit der Zeit und viel Geduld hat sie mir alles beigebracht, um ein guter Blindenführhund zu werden. Wenn ich etwas gut gemacht habe, bekam ich ein Leckerli.

Auf dem Welpenplatz war es richtig spannend

Dort gab es Tunnel und seltsame Dinge, die wackelten oder laute Geräusche von sich gaben. Ich lernte über Glasflächen und Gitter zu laufen, Auswege zu finden oder Hindernissen auszuweichen.

Durch bestimmte Kommandos weiß ich, was zu tun ist

Am Ende meiner Ausbildung wusste ich, wie ich einen blinden Menschen durch Straßen und über Kreuzungen führe und an Hindernissen, wie Baustellen, vorbeileite. Ich kann den Lift anzeigen oder beim Einsteigen in den Zug helfen. Das sind aber nur einige Dinge, die ich gelernt habe.

Jetzt begleite ich Waltraud

Letztes Jahr kam ich zu Waltraud. Sie hat sich schon sehr auf mich gefreut und mich als Welpe oft besucht. Jetzt begleite ich Waltraud überall hin. Sie ist ganz lieb zu mir und mittlerweile sind wir ein gut eingespieltes Team.

Die Anschaffungskosten für einen Blindenführhund liegen bei ca. 35.000 Euro. Die Hilfsgemeinschaft hat Waltraud bei der Aufbringung dieser Summe unterstützt. Mit eurer Spende kann die Hilfsgemeinschaft weiteren blinden Menschen behilflich sein, einen Blindenführhung zu erhalten. Danke!