3 – 2 – 1 ... am Ziel angekommen!

15.03.2017

Unsere Mitglieder sind das Herz der Hilfsgemeinschaft. Über 4.300 Menschen mit einer starken Sehbeeinträchtigung dürfen wir mit unseren Angeboten unterstützen. Hier am Blog stellen wir Mitglieder vor und lassen sie zu Wort kommen. Heute erzählt euch unser Mitglied Fritz Kirchner über sich.

Ein Blogbeitrag von: Fritz Kirchner

Ich versuche euch in diesem Blogbeitrag in wenigen Sätzen zu erklären wie es zu alldem kam. Warum sage ich: 3,2,1 … Ziel?

Nun, der Beginn meines Weges liegt 30 Jahre zurück. Ja, 2017 habe ich 30-jähriges Jubiläum. 30 Jahre lang kämpfe ich mich nun schon mit immer schlechter werdenden Augen so durchs Leben. Das Glaukom ist mein unerbittlicher Weggefährte. Der steinige Weg zwang mich zu mancher Kurskorrektur. Hobbies, Berufstätigkeit, Mobilität – alles änderte sich. Durch den Verlust der Berufstätigkeit und immer fortschreitender Krankheit führt der Weg ins Abstellgleis, mit dem Rücken zum Prellbock. Endstation!

Auch befindet man sich in gewisser Weise im sozialen und gesellschaftlichen Out. Ein Zustand, der viele Jahre so dahin ging.

Damals, als ich 30 Jahre jung war, schlug das Glaukom wie ein Blitz in mein Leben ein. Mit 40 dann das Ende der Berufstätigkeit. Ich hatte das große Glück, bis dahin in meinem Traumberuf als Radio- und Fernsehtechniker zu arbeiten. Lange suchte ich nach neuen Aufgaben, Zielen … vergeblich. Doch - „Wer suchet, der findet“.

Ich suchte all die Jahre:

  • Nach Menschen, die in ähnlicher Situation sind, mit denen man sich auf „Augenhöhe“ austauschen kann
  • Nach kompetenten Partnern, die in jeder Hinsicht (Behörden, Institutionen, Förderungen, Hilfsmittel) wissen was Sache ist
  • Nach Menschen die den Wert eines Sehbehinderten/ Blinden hoch einschätzen und mir die Hand reichen
  • Nach einem Team, in dem man sich wohl fühlt, verstanden wird und auch eine sinnvolle Betätigung aufbauen kann.

Nun, vor 2 Jahren bin ich an besagtem „3,2,1 Ziel“ angekommen. Durch den Aufruf „suchen ehrenamtliche Mitarbeiter in Sachen Blindenampel“ kam ich erstmals mit der Hilfsgemeinschaft in Verbindung. In der kurzen Zeit lernte ich viele der Mitarbeiter gut kennen und sehr schätzen. Sehr schnell merkte ich, dass niemand auf uns Sehbehinderte und Blinde herabblickt. Hier fühlt man sich rundum wohl, ich kann sagen: wie zu Hause.

Somit bin ich nach fast 30 Jahren am Ziel angekommen - umgeben von lieben Menschen, die es mit Herz und Verstand verstehen, die immer dunkler werdenden Augen wieder aufleuchten zu lassen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Mitarbeiter der „Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs“.

"Meinem Sohn Florian hab ich es zu verdanken, dass ich den schmalen und steinigen Pfad zum Gipfelkreuz überhaupt gehen konnte. Allein hätte ich es nicht mehr gewagt. Es ist so schön eine Familie und auch euch zu haben, die mich auf meinem Weg begleiten." (Fritz Kirchner)
„Meinem Sohn Florian hab ich es zu verdanken, dass ich den schmalen und steinigen Pfad zum Gipfelkreuz überhaupt gehen konnte. Allein hätte ich es nicht mehr gewagt. Es ist so schön eine Familie und auch euch zu haben - die ihr mich auf meinem Weg begleitet.“ (Fritz Kirchner)
Bild des Benutzers Peter

Deer Wert einer Gemeinschaft, wie wir sie hier erleben dürfen, darf niemals unterschätzt werden. Du hast deinen Empfindungen sehr eindrcuskvoll wiedergegeben und ich freue mich schon, wenn wir beide demnächst mal auf ein Bierchen anstossen können ... :-) Liebe Grüße Peter