AccessibleEU Austria - Digitaler Euro und finanzielle Inklusion
Europas Weg zwischen Regulierung, Innovation und Verantwortung.
Montag, 07. September 2026, 10:00 Uhr Veranstaltungen & Freizeit, Wien, Events, Kurse & Lernen
Dauer: 6 Stunden 30 MinutenOrt: Österreichische Nationalbank, Otto-Wagner-Platz 3, 1090 Wien (und hybrid)
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Die Teilnahme ist sowohl vor Ort als auch online möglich (hybride Veranstaltung.)
Digitaler Euro und finanzielle Inklusion – Europas Weg zwischen Regulierung, Innovation und Verantwortung
Die fortschreitende Digitalisierung des Finanzwesens eröffnet große Chancen für Effizienz, Innovation und Reichweite. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen, darunter ältere Menschen, Personen mit Behinderungen oder Menschen mit geringen digitalen Kompetenzen, vom gleichberechtigten Zugang zu grundlegenden Finanzdienstleistungen ausgeschlossen werden. Diese Spannung zwischen technologischem Fortschritt und sozialer Verantwortung steht im Zentrum der Veranstaltung, die im Rahmen der AccessibleEU‑Flaggschiffinitiative einen Raum für Austausch, Orientierung und Mitgestaltung schafft.
AccessibleEU unterstützt die konsequente Umsetzung von Barrierefreiheit und Inklusion im Binnenmarkt und fördert den Dialog zwischen Regulierung, Forschung, Praxis und Nutzer:innenperspektiven. In diesem Kontext bringt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ihre Expertise aus der nationalen sowie der europäischen Arbeitsgruppe zur Verbesserung der finanziellen Inklusion durch den digitalen Euro ein. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden einen wichtigen inhaltlichen Bezugspunkt der Veranstaltung. Ergänzt wird dies durch den regulatorischen Rahmen des European Accessibility Act (EAA) und des österreichischen Barrierefreiheitsgesetzes (BaFG), die seit 2025 verbindlich gelten.
Teilnehmer:innen erhalten die einzigartige Gelegenheit:
- direkt mit der OeNB und Accessibility-Expert:innen über den Stand der Arbeiten zum digitalen Euro zu diskutieren,
- konkrete Compliance- und Designanforderungen aus dem EAA / BaFG kennenzulernen,
- Praxisnahe Erkenntnisse über Barrieren und Bedürfnisse vulnerabler Kund:innen zu erhalten, und
- strategische Impulse für die eigene Produktentwicklung und CSR-Strategie zu gewinnen.
Die Leitfrage dieser Veranstaltung lautet:
Wie kann das Finanzsystem inklusiv, sicher und wettbewerbsfähig gestaltet werden?
Relevanz für Banken
1. Frühzeitige Orientierung in einem neuen Regulierungsfeld
- Der European Accessibility Act (EAA) und das österreichische Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) sind ab 2025 verbindlich.
- Für Banken betrifft das: Online-Banking, mobile Apps, Geldautomaten, Filialterminals, Karten- und Zahlungsdienste.
- Somit ist durch frühes Handeln das Sichern einer rechtssicheren und reputationsstarken Position möglich.
- Die Veranstaltung liefert konkrete Interpretationshilfen zur Umsetzung von EN 301 549 und Design for All-Standards (EN 17161).
2. Aktuelle Forschungsergebnisse zur finanziellen Inklusion in Österreich
- Vorstellung der neuesten Ergebnisse der Arbeitsgruppe Finanzielle Inklusion der OeNB, insbesondere der Studie zu digitaler finanzieller Ausgrenzung in Österreich.
- Welche Barrieren erleben Senior:innen, Menschen mit Behinderungen oder Personen mit geringen digitalen Kompetenzen konkret beim Banking?
- Wie viele und welche Personengruppen sind in Österreich besonders von digitaler finanzieller Ausgrenzung betroffen?
- Welche Ursachen liegen Ausgrenzungserfahrungen zugrunde?
3. Wettbewerbsvorteil durch neue Kund:innen und Vertrauen
- Inklusive Finanzprodukte ermöglichen die Ansprache bislang unterversorgter Marktsegmente.
- Die europäische Evidenz zeigt konsistent: Barrierefreie Lösungen sind nicht nur sozial verantwortlich, sondern auch wirtschaftlich rentabel.
- Sie erschließen neue Kundengruppen, reduzieren Supportaufwand und stärken die Kundenbindung.
4. Zugang zu „First-hand Insights“ aus der digitalen-Euro-Entwicklung
- Die Veranstaltung bietet direkten Einblick in den aktuellen Stand der Entwicklung des digitalen Euro, einschließlich der konkreten Ausgestaltung, der Innovationsplattform sowie der laufenden Pilotaktivitäten.
- Teilnehmende erfahren, wie sie sich aktiv in die Gestaltung einbringen können, gefolgt von möglichem Austausch mit Schlüsselakteuren aus OeNB, FMA, Ministerien, Zero Project, CEN/ETSI und NGOs.
- Es wird die Gelegenheit geben, Kontakte für Kooperationen zu Trainings-, Awareness- oder Produkt-Piloten zu knüpfen, und ein direkter Zugang zur europäischen „AccessibleEU Knowledge Community on Financial Accessibility“ geboten.
Mehrwehrt für Teilnehmende Banken auf einen Blick
Regulatorische Sicherheit
- EAA / BaFG-Anforderungen praxisnah erklärt
- EN 301 549 in Bank-Software, Terminals und Apps
- Konkrete Auslegungshilfen aus erster Hand
Neue Marktpotenziale
- Befunde zu unbanked und underbanked Gruppen in Österreich
- Strategien zur Erschließung durch einfache Zahlungslösungen
- Quantitative Evidenz aus der OeNB-Studie
Innovationsvorsprung
- Einblick in Pilotaktivitäten zum digitalen Euro
- Offline-Funktion und Inklusionsdesign
- Innovationspartnerschaften
Reputationsgewinn
- Positionierung als Inclusive Bank im CSR-Kontext
- Beitrag zu SDG 10 (Reduced Inequalities)
- Sichtbarkeit in der AccessibleEU Community
Programmübersicht
09:30 – 10:00 | Registrierung
10:00 – 10:30 | Eröffnung & Policy-Rahmen
- Begrüßung durch AccessibleEU & OeNB
- Eröffnungsworte von Klaus Höckner – AccessibleEU/Hilfsgemeinschaft (10 Minuten)
- Keynote: Der digitale Euro als öffentliches Gut durch Petia Niederländer – Direktorin der Hauptabteilung Zahlungsverkehr, Risikoüberwachung und Finanzbildung – OeNB (20 Minuten)
Warum relevant für Banken:
- Regulatorische Grundorientierung: Welche Bankbereiche werden erfasst und wie lassen sich EAA-Pflichten strategisch umsetzen?
- Was ist der digitale Euro, Eigenschaften, Auswirkungen auf Banken, Projektzeitplan
10:30 – 11:30 | Forschung & Praxis: Wer ist heute von Ausgrenzung bedroht?
- Einleitungsworte zur OeNB-Arbeitsgruppe Finanzielle Inklusion durch Erik Pipal (5 Minuten)
- Ergebnispräsentation zur aktuellen Studie zu Digitaler Finanzieller Ausgrenzung in Österreich durch Claudia Sorger von L&R Sozialforschung (20 Minuten)
- Paneldiskussion:
- Claudia Sorger – L&R Sozialforschung
- Klaus Miesenberger – Johannes Kepler Universität
- Michael Herzog– Neunerhaus
- Michael Schleifer - Seniorenrat
- Gertrud Unterasinger - Internetcafé ZwischenSchritt
Moderation: Julia Jakob
Warum relevant für Banken:
- Neue Kundengruppen verstehen: reale Barrieren, Betroffenheitsgrade und Chancen, um Produkte und Services inklusiver zu gestalten.
11:30 – 11:45 | Kaffeepause
11:45 – 12:45 | Barrierefreiheit im Bankwesen
Drei aufeinanderfolgende Vorträge:
- Bargeld als inklusives Zahlungsmittel – Matthias Schroth – Direktor der Hauptabteilung Recht, Bargeld und Beteiligungen der Österreichischen Nationalbank
- EAA-Compliance & Design – Umsetzung EN 301 549 in Bank-IT und UX – Christian Schinko, Bank Austria
- Barrierefreie Innovation – Karten, Sprache, Haptik, Gebärdensprache – Klaus Höckner AccessibleEU/Hilfsgemeinschaft (10 Minuten)
Warum relevant für Banken:
- Praxiswissen: Welche Anforderungen sind zwingend, welche freiwillig – und welche bringen echten Mehrwert für Kund:innen und Marke?
12:45 – 13:45 | Networking Lunch
13:45 – 15:00 | Der digitale Euro nimmt Form an
Keynote Aktueller Stand des Projekts und der Pilotierung, Basisleistungen, inklusives Design der Digitalen Euro App, Innovationsplattform – Phillip Neubauer – EZB (30 Minuten)
Paneldiskussion:
- Marcus Hartel – Europäische Zentralbank
- Petia Niederländer – Österreichische Nationalbank
- Michael Wiedeck – Bank99
- Bank Austria
- Gerald Ruschka – Raiffeisen Bank International
- Matthew White – efsta IT Services
Moderation: Asen Naydenov – Österreichische Nationalbank
Warum relevant für Banken:
Strategischer Vorsprung: Vergütungsmodell, Pilot-fortschritt, Einbindungsmöglichkeiten für Banken
15:00 – 16:00 | Inklusion durch Kommunikation und Finanzbildung
Panel: Wie kann Finanzbildung Inklusion fördern? Welche Partnerschaften braucht es für Train-the-Trainer-Modelle? Welcher Informations- und Kommunikationsbedarf besteht bei von Ausgrenzung bedrohten Zielgruppen? Welche Unterstützung wird benötigt?
Paneldiskussion:
- Vertreter von blinden und sehbehinderten Menschen tbc
- Vertreter von gehörlosen Menschen tbc
- Selbstvertreter tbc
- Vertreter von mobilitätseingeschränkten Menschen tbc
- Doris Langner – Österreichische Nationalbank
- Gudrun Steinmann – Fonds Soziales Wien
Moderation: Klaus Höckner – AccessibleEU/Hilfsgemeinschaft
Warum relevant für Banken:
Kundenbindung durch Vertrauen: Wie lassen sich digitale Barrieren durch Information und Schulung abbauen?
16:00 – 16:15 | Abschluss & Ausblick
- Abschlussworte und Einladung zum Financial Accessibility Working Circle durch Klaus Höckner – AccessibleEU/Hilfsgemeinschaft
- Zusammenfassung der Ergebnisse und Abschlussworte durch Petia Niederländer – OeNB (10 Min)
Warum relevant für Banken:
Sichtbarkeit & Mitgestaltung: Möglichkeit, an europäischen Richtlinien und Pilotprojekten aktiv mitzuwirken.
Organisiert von
Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs | AccessibleEU | Oesterreichische Nationalbank


